von Bundesrat Ernest Schwindsackl, Stadtgruppenobmann d. Seniorenbundes Graz und ehemaliger ÖAAB Bezirksobmann von Graz Straßgang.
„Immer mehr Menschen sind auch im fortgeschrittenen Alter berufstätig. Sie sind das beste Beispiel für den Satz „Arbeit bereitet Freude“, weil sie erfüllend ist und dem Leben Sinn gibt. Das gilt für jene, die auch nach der Pensionierung aktiv sind, und zwar unabhängig davon, ob es bezahlte Erwerbsarbeit ist oder ob sie im Ehrenamt oder in der Freiwilligenarbeit geleistet wird“, betont der Stadtgruppenobmann des Grazer Seniorenbundes, Bundesrat Ernest Schwindsackl.
Jeder Arbeitsplatz erfordert bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten. Ein Kriterium muss allerdings für jeden Menschen und jede Arbeit Vorrang haben, nämlich die Gesundheit. Wenn wir ein Leben lang im Erwerbsleben stehen, ist es für Mediziner und Arbeitsexperten unabdingbar, dass es altersgerechte Arbeitsplätze geben muss. Nicht zuletzt ist die körperliche und seelische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg.

Bundesrat Ernest Schwindsackl, Stadtgruppenobmann d. Seniorenbundes Graz und ehemaliger ÖAAB Bezirksobmann von Graz
Straßgang | Foto: ÖVP/Christian Georgescu
Ein produktives Miteinander von Alt und Jung
Erfolgreiche Unternehmer wissen, dass ihre Betriebe von der Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben, von ihren unterschiedlichen Qualifikationen, Erfahrungen und Ideen, von einem produktiven Miteinander von Alt und Jung. In solchen Betrieben bleiben ältere Mitarbeiter gerne so lange wie möglich aktiv und sind bereit, ihr Erwerbsleben zu verlängern.
Älter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mögen zwar in manchen Belangen körperlich nicht so leistungsfähig sein wie jüngere, dafür haben sie aufgrund ihrer Lebenserfahrung wertvolles Know-how und hohe soziale Kompetenz. Menschen im reiferen Alter lernen langsamer als jüngere, dafür verknüpfen sie effizient das vorhandene mit neuem Wissen. Ältere können schwierige Aufgaben oft schneller lösen, da sie gelernt haben, vernetzt zu denken und intuitiv auf hilfreiche Erfahrungen zurückgreifen.
Gesundheitspotenziale fördern
Altersgerechte Arbeit bedeutet, dass die Gesundheitspotenziale der Menschen und ihre Arbeitsfähigkeit für die gesamte Dauer der Erwerbstätigkeit erhalten bleiben und entsprechend gefördert werden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei, dass die Tätigkeit vielseitig ist, dass Handlungsspielräume erhalten bleiben, dass negativer Stress reduziert wird und dass es im Betrieb einen Kreislauf von Lernen und Weiterbildung, Information, Mitsprache, Teamgeist und freier Zeiteinteilung gibt. Auch Arbeitsbelastungen wie Lärm, ergonomische Mängel am Arbeitsplatz – etwa schlechte Sitzhaltung oder häufiges Tragen von schweren Lasten gehören altersgerecht reduziert.
„Dabei gilt das Leistungsprinzip selbstverständlich für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, lässt Schwindsackl keinen Zweifel. Es sollte sich allerdings nicht mehr in automatischen Vorrückungen ausdrücken, sondern vorzugsweise in Form von Prämien, durch zusätzliche Bildungsprogramme oder Freizeitausgleich.
Besondere Höherversicherungsbeiträge
Ein wichtiges Anliegen als Mitglied des Bundesrates ist, dass nicht jeder Bezieher einer Alterspension, der weiter in der Erwerbsarbeit tätig ist, die Pensionsbeiträge in voller Höhe zahlen soll. Diese werden unter dem Titel „besondere Höherversicherungsbeiträge“ zwar auf die Pension angerechnet, die daraus resultierende Erhöhung der Pensionszahlungen steht jedoch in keinem Verhältnis zu den eingezahlten Beiträgen.
„Die Höherversicherung ist für jene Erwerbstätige, die bereits eine Pension beziehen und dennoch weiter ihren Beitrag zum eigenen und zum allgemeinen materiellen Wohlergehen leisten wollen, nicht attraktiv genug“, meint Bundesrat Ernest Schwindsackl.
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